| Mécanomagie | << | |
| Filmkritiken | ||
| Ein subversiver, unheimlicher Heimatfilm, in dem Käfer aus dem angeschnittenen Guglhupf kriechen und auch sonst das Surreale, Abgründige im (nur) auf den ersten Blick Alltäglichen lauert. Der Titel ist geradezu programmatisch für das Kino von Bady Minck: filmische Mechaniken (Einzelbild-Animation wie bei Svankmajer, Zeitlupe, Zeitraffer) werden von ihr so raffiniert eingesetzt, dass es geradezu magisch anmutet. Das Gedachte wird manifest und die Traumbilder gewinnen Oberhand über das "Natürliche". |
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| Christoph Huber, Die Presse, Wien April 2004 | ||
| Eine Landschaft, in der alles in Bewegung ist, heimgesucht von einer Figur, die - selbst unbeweglich - sich bewegt: der zur Maschine gewordene Mensch? In "Mécanomagie" werden Wahrnehmungsgrenzen und (Natur)Gesetze durchbrochen, um neue zu schaffen: die Natur im grenzenlosen Rauschzustand! | ||
| Peter Illetschko, Sixpack Film, März 1996 |
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| Es ist als ob die eine, unsichtbare Welt sich mit der diesseitigen Welt verständigt, das Hyperreale in die gewöhnliche Welt eindringt. Die Bewegung als abweichende stiftet Veränderung. Sie surrealisiert das Banale, macht das Heimatliche unheimlich. Der Film unterhält zu beiden Welten Beziehungen, ermöglicht uns ein doppeltes Sehen. | ||
| Marc Ries, Sixpack Film, März 1996 | ||
| Durch die Landschaft der Ardennen im nördlichen Luxemburg schlägt "Mécanomagie" einen stilvollen und performativen Weg ein. Die "live action" Pixillationstechnik evoziert ein geerdetes bäuerliches Bewusstsein von Naturgewalten und den volkstümlichen Mythen der Humanoiden, die unbemerkt durchs Land reisen. Nebenbei enthüllt die erfinderische Darstellung solche Wunder wie das anthropomorphe Wesen von Steinen, Kinder, die aus der Erde wachsen, oder ein geheimnisvolles blutiges Käferbuch. Der Erfolg des Films liegt in der eleganten Verknüpfung von magischer, neo-surrealistischer Jenseitigkeit und fundamentaler Erdverbundenheit. | ||
| Stephen Ball, International Melbourne Film Festival 1997 | ||
| Wie Michel Gondry mit manchen seiner Musikvideos gehört auch Bady Minck zu den geistigen Erben des legendären tschechischen Animationsfilmemachers Jan Svankmajer: Alltägliche Gegenstände entwickeln ein surreales Eigenleben und werden so zu Trägern von phantastischen Erzählungen. Hinzu kommen Literatur- und Kunstzitate sowie philosophische Exkurse, und schon sind wir mitten in Animationsfilmjuwelen wie "Mécanomagie" oder "Im Anfang war der Blick", beide auf der neuen Werkauswahls-DVD der Luxemburgerin mit Wohnsitz in Wien. | ||
| Andrea Winklbauer, RAY Filmmagazin, Wien April 2006 | ||
| "Mécanomagie" ist ein Film über das kollektive Gedächtnis einer Landschaft: das Eisleck, Ardennengebiet im Norden Luxemburgs. Es ist die Konfrontation der Bewohner und Bebauer dieses von römischen, keltischen und merowingischen Kultstätten durchzogenen Landstrichs mit den beschleunigten Wahrnehmungsmethoden des Informationszeitalters. | ||
| Festivalkatalog Saarbrücken, Januar 1996 |
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| Das Ruhende in Bewegung: eine Landschaft, in der Gräser
und Sträucher in seltsamer Unruhe erzittern, aus deren Böden Buchstaben
wachsen; leere Buchseiten, auf denen sich Erde in Samen, Samen in Buchstaben,
Buchstaben in Käfer verwandeln... So füllt sich das Vertraute,
Alltägliche mit Zeichen. Zeichen, die sich dem unmittelbaren Verständnis
nicht erschliessen, aber im geheimen Einverständnis mit den Menschen
und Dingen zu wirken scheinen. Bady Minck zeichnet in "Mécanomagie" eine Welt, die durch das Unsichtbare, die Räume hinter dem Raum animiert ist. In dieser Welt bedingt das Surreale, das Mystische und Magische, das Wesen des sogenannten "Realen": der täglichen Arbeit, des Gebets, des Feierns. Durch tricktechnisch angekurbelte, überraschende Transformationen "natürlicher" Erscheinungen intensiviert Bady Minck eine Wahrnehmung, die gewissermassen ins Jenseits des gewöhnlich Wahrnehmbaren zielt. In ein Jenseits, das das lebensweltlich Herkömmliche begründet, ohne es zu erklären - und den Schein der "Natürlichkeit" dieses Lebensweltlichen in die irritierend faszinierende Logik von Traumbildern überführt. |
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| Robert Buchschwenter, "Ruhestörung erwünscht", Wien April 1999 | ||
| Bei der Betrachtung von "Mécanomagie" hat der Zuschauer es nicht immer leicht, das Spiel mit der Wirklichkeit und der Illusion nachzuvollziehen. Vollgespickt mit Symbolik und Effekten, verlangt dieser fünfzehnminütige Exkurs in Grundfragen der Philosophie viel Konzentration und den Willen zur Interpretation. | ||
| Claude François, Luxemburger Wort, März 1996 | ||
| "Mécanomagie" ist das faszinierende Portrait einer urtümlichen Landschaft, der Luxemburger Ardennen. In "Mécanomagie" trifft ein Sendbote der neuen Zeit (Internet / Beschleunigung / Menschen- und Datentransport?) auf die Überlieferungen und Mythen des Alten. | ||
| W.N., Juni 1997 | ||
| Surreal and cheerful. Very rural animation. A landscape in which everything moves is touched by a static figure that also moves - a kind of mechanical man? Boundaries of perception and laws (of nature) are broken to create something new. A fantastic, bizarre animation film full of sensuality, symbolism and surrealist images. | ||
| Rotterdam International Film Festival Catalogue, January 1997 | ||
| The Morton Theater was the place to be all last week for excitement, personal drama, well-executed profanity and comical twists! Noteworthy were the fast paced, well-shot short "Bicycle" by Jonathan Kaplan and the stop-motion landscape in the strange Luxembourg/Catholic-themed "Mécanomagie" by Bady Minck. | ||
| Athens Film Festival, October 1997 | ||
| "Im Anfang war der Blick", ein köstlicher Film der österreichisch-luxemburgischen Filmemacherin Bady Minck, der mit Bildern und Begriffen spielt und einen Mann, der durch eine Postkartenlandschaft reist, schließlich selbst zu Papier werden lässt. So viel Schönheit und Perfektion hält einfach keiner aus. Vor diesem brillanten Streifen aus dem Jahre 2003 sind zwei frühere - nicht minder aparte - Arbeiten der Filmemacherin zu sehen: "Der Mensch mit den modernen Nerven" (1988) und "Mécanomagie" (1996). Ein lohnendes Programm für alle, die Ausgefallenes mögen. | ||
| Lona Chernell, Wiener Zeitung, April 2004 | ||
| Eine Landschaft ist verändert. Alles in ihr unterliegt
einem anderen Rhythmus, alles bewegt sich überschnell, verändert
sich in hohen Geschwindigkeiten. In der Landschaft erscheint eine Art Mensch. Dieser bewegt sich körperlich ganz und gar nicht und ist dennoch als Ganzer bewegt. Eine beinahe schwebende, ohne sichtbare Krafteinwirkung vollzogene, gleitende Bewegung führt ihn über Landstraßen, durch Wälder und Dörfer. Beide zusammen, Natur und der Eine, entwerfen in ihrer gemeinsamen und aufeinander bezogenen Andersartigkeit eine Art Parallelwelt. Diese "magische" Welt zeigt uns der Film. Für die normalen Menschen im Film ist diese Welt unsichtbar, sie ist einfach zu schnell - wie eine Schlüsselszene zeigt. Man spürt sie allenthalben, aber ihr Rhythmus überfordert die gewöhnliche Wahrnehmung, sie fällt aus der Wahrnehmbarkeit heraus. Dennoch scheint der Eine, der unbewegte Beweger, auf seinem Weg zu ungewöhnlichen Ereignissen in Beziehung zu stehen, die bestimmten Menschen und Dingen in der normalen Welt zustoßen: Erde, die sich in Samen, die sich in Buchstaben, die sich in Käfer transformieren, Steine mit organischem Inneren, Kinder oder Worte, die aus der Erde wachsen... Es ist, als ob die eine, unsichtbare Welt sich mit der diesseitigen Welt verständigt, das Hyperreale in die gewöhnliche Welt eindringt. Die Bewegung als abweichende stiftet Veränderung. Sie surrealisiert das Banale, macht das Heimatliche unheimlich. Der Film unterhält zu beiden Welten Beziehungen, ermöglicht uns ein doppeltes Sehen. |
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| Marc Ries, Sixpack Film, März 1996 | ||
| "Un chien andalou" is obviously a big influence. Although there are some fine moments in the film, especially the cakes growing on trees - it seems a little forced at times. | ||
| News Digest, Luxembourg, February 1996 | ||
| I especially liked Bady Minck's Mecanomagie, an almost gnostic fable in which humans can seem stone-faced, rocks are split apart to reveal living organs, clouds streaking across a pixilated sky seem to be alive, and young children sprout as if born from the soil. | ||
| FC, Chicago Reader, February 2000 | ||
| "Mécanomagie", tohum ekimi, tohumun büyümesi ve hasattan oluşan, çok eski zamanlardan beri süregelen çemberi betimler; din, ritüeller ve doğanin mistik güçlerinden oluşan bir evren. Film, bir manzaranin kolektif bilincini kuşatir. Film, eşzamanli olarak yollarda zig-zaglar çizerek ilerlerken, yerli halktan kimsenin dikkatini çekmeyen insan benzeri yaratiklari, "Jitzerten"i anlatir. "Mécanomagie", canli animasyon tekniğinin kullanildiği bir filmdir. | ||
| Festival of European Films On Wheels: Ankara, Izmir, Bursa, Eskisehir, November 1996 | ||
| Diese Frau (die Regisseurin) hat eindeutig zu viele Drogen
genommen. Anders läßt sich nicht erklären, wie man so kranke
Filme machen kann, denke ich. Ich war gestern im Kino, um mir "Im Anfang war der Blick" anzusehen. Im Vorprogramm liefen zwei Kurzfilme der in Luxemburg geborenen Künstlerin und Filmemacherin; einer davon hat mich schwer beeindruckt: "Mécanomagie". In diesem Film sieht man einen Typen in weißem Overall mit merkwürdig vertrautem Logo auf dem Rücken (die Einstürzenden Neubauten winken) durch eine Landschaft gleiten. Wo er hinkommt, passieren seltsame Dinge. Steine wachsen aus der Erde (und haben, wenn man sie aufschlägt, Innereien!), eine Frau holt immer wieder flache Kiesel, die sich scheinbar spontan auf ihrer Zunge manifestieren, aus dem Mund, eine andere erntet von Käfern hohl gefressene Gugelhupfe von einem Strauch. Insekten sind überhaupt ein beliebtes Thema in dem Film. Und immer wieder der Typ im Overall. |
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| http://depix.antville.org/topics/die+baronsse+empfiehlt, Wien April 2004 | ||
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