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Landschaftsgebilde aus dem Wahrnehmungskörper. Von Kurt Lewin zu Bady Minck In diesem Text, der von der Annäherung des menschlichen Wahrnehmungskörpers an die Landschaft handelt, passieren zwei Dinge. Einmal wird in einer Art hypothetischer Wissenschaftsgeschichte Kurt Lewins nie gedrehter (und nie geplanter) Film über die von ihm in einem 1917 verfassten Aufsatz beschriebene Kriegslandschaft 'rekonstruiert'. Denn Lewin, der heute als einer der frühen Wahrnehmungstheoretiker so gut wie vergessen ist, machte sich nicht nur auf dem Papier Gedanken zur tatsächlichen Veränderung von Landschaften (wenn sie in unterschiedlichen Kontexten wahrgenommen werden – im Kriegseinsatz oder aber als "Friedenslandschaft"). Er war ein Pionier des wissenschaftlichen Films. Genauso wie er seine eigenen Erfahrungen im Ersten Weltkrieg wissenschaftlich (hier: gestaltpsychologisch) analysierte, drehte er von 1920 bis in die 1950er Jahre Lehr- und Forschungsfilme, um Erkenntnisse über Affekte, Willenshandlungen sowie den Lebensraum – das phänomenologische keyword der Zeit – zu gewinnen. Lewins Praxis der Wahrnehmungsforschung wird zum passe partout für bestimmte Aspekte von Bady Mincks Im Anfang war der Blick: für die Schwelle von Wissenschaft und Kunst, die jeweils erschlossen wird – einmal als filmisches Ereignis der experimentellen Phänomenologie, einmal als surreal verspieltes und medial phänomenales Experiment; für die Verkoppelung von Sinnen und Landschaft, wie sie in der Simulation konkreter Seh-, Hör-, Riech- und Tastereignisse erfahrbar wird; und schließlich für die mediale Erforschung der Landschaft, – ihres Gebrauchs, ihrer Strukturen und der in ihr abgelagerten Geschichte(n).
Heidi Dumreicher l Sergio Fant l Marcy Goldberg l Bodo Hell l Christoph Huber l Lilli Lička l Johannes Moser l Michael O'Pray l Hans Schifferle l Burghart Schmidt l Christian Stadelmann l Mika Taanila l Jean-Philippe Tessé
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