| Die durchquerte Landschaft. Notizen
zur Tiefenschärfe
Der Autor untersucht in diesem Text die Originalität
des Verfahrens in Bady Mincks Film Im Anfang war der Blick: Auf
Postkarten abgebildete Landschaften werden von der Filmemacherin gefilmt
und im Schnitt zusammengesetzt. Der Film präsentiert somit eine Folge
von Landschaftsklischees. Was aber ist ein Klischee?
Ein Klischee entsteht, wenn etwas seine Tiefe und Komplexität verliert:
Der Blick bleibt an der Oberfläche hängen und kann nicht mehr
zum Wesen der Dinge vordringen. Im Kino wird der Blick durch die Tiefenschärfe
in das Bild geführt und geschult; und durch die Kunst des Blickens,
überwindet der Film letztendlich die Oberflächlichkeit der Postkarten.
Die Kritik am Klischee in Bady Mincks Film, wird mit der ästhetisch-politischen
Landschaftsauffassung verglichen, die den Filmen von Danièle Huillet
& Jean-Marie Straub zugrunde liegt. Ihr Werk zielt, auf andere Weise,
ebenfalls darauf den Blick zu schärfen und in die Tiefe der Landschaft
zu führen, damit der Zuschauer in ihr verweilen kann.
Heidi Dumreicher
l Sergio Fant l Marcy
Goldberg l Bodo Hell l
Christoph Huber l Lilli Lička
l Johannes Moser l Michael
O'Pray l Hans Schifferle l
Burghart Schmidt l Christian
Stadelmann l Mika Taanila l Barbara
Wurm
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