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marcy goldberg

   
   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Die Dialektik der Postkarte

Recto und verso, Bild und Schrift, kitschig-schöne Ansicht und unerfreuliche Botschaft: Die Postkarte hat zwei Seiten, welche nicht selten in Widerspruch zu einander stehen. Bady Mincks Film Im Anfang war der Blick konstruiert sich zunächst aus dieser Opposition, um sie letztendlich aufzuheben – ähnlich wie die vermeintliche Spannung zwischen Natur und Kultur, welche schließlich aus der Unmöglichkeit besteht, herauszufinden, wo die Erstere aufhört und die Letztere beginnt.

Frühere Theorien der Fotografie wiesen darauf hin, wie die oft scheinbar unendliche Interpretierbarkeit einer Fotoaufnahme durch die Bildlegende beschränkt werden kann. Doch genau diese erklärende Funktion der Schrifts gegenüber dem Bild wird in Mincks Film in Frage gestellt. Die ohnehin instabile Beziehung zwischen Word und Bild nimmt auch zu, sobald es sich um "bewegte" Bilder handelt. Wobei diese Bewegung sich auch als Illusion entpuppt: Die Bewegung findet nämlich nicht innerhalb, sondern zwischen den Filmbildern statt. Eigentlich ist jeder Film ein Trickfilm, wie Im Anfang war der Blick auch zeigt.
Und doch, bei aller Verspieltheit geht es im Film schließlich um ernsthafte Themen, die sich nicht weginterpretieren lassen: Wie etwa die reale Zerstörung einer Landschaft, welche als Ware langsam aber sicher wegkonsumiert wird. Nicht zuletzt geht es hier auch um die dunkelsten Kapiteln österreichischer Geschichte. Lichter ist: dass die Postkarte angeblich eine österreichische Erfindung war.

 

Heidi Dumreicher l Sergio Fant l Bodo Hell l Christoph Huber l Lilli Lička l
Johannes Moser l Michael O'Pray l Hans Schifferle l Burghart Schmidt l
Christian Stadelmann l Mika Taanila l Jean-Philippe Tessé l Barbara Wurm

 

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